Veröffentlicht am 09-03-2019

Das Picasso-Gleichnis

und das Problem mit dem Work-Life-Gleichgewicht

Der junge Mann wollte schon als kleiner Junge Künstler werden. Sogar die Wände seines Kinderzimmers waren mit abstrakten Malstiften bedeckt.

"Er ist der nächste Picasso", sagte seine Mutter, als sie jedes mit Buntstift verkrustete Papier an den Kühlschrank hängte.

Ein wenig Engagement und viel Geld seiner Eltern brachte ihm einen Master of Fine Arts ein. Er würde die Augen schließen und sich sein berühmtes Werk mit zusätzlichen Buchstaben signieren lassen.

Die Realität war, der junge Mann war pleite und hatte keine Erfahrung mit dem Verkauf seiner eigenen Kunst. Er bemerkte schnell, dass sich keiner der Manager in der Stadt interessierte, dass andere sein ganzes Leben lang gesagt hatten, er sei ein Naturkünstler. Sie waren nicht beeindruckt von seinen Träumen. Sie fragten nach seinen Plänen. Widerwillig legte er das Malen beiseite und nahm einen Job im Café an der Ecke an.

Die Zeit schreitet voran. Eines Tages beschloss er, die Tassen des Shops mit leuchtenden abstrakten Farben zu bemalen. Sie waren ein Hit. Jeden Tag bildete sich eine Reihe um den Block, voll von Leuten, die den berühmten Becher kaufen wollten.

"Die Tassen in diesem Café sehen aus wie Picasso-Kunst", sagen sie. Er hörte sie erschaudern und wusste, dass sie nicht bemerkten, dass er der Künstler hinter dem Ruhm des Shops war.

Er tauchte jeden Tag in einem Zustand der Niederlage auf und erinnerte sich daran, dass die Leute seine Arbeit liebten, wenn sie seinen Namen nicht kannten. Er wartete auf die Tageszeit, zu der er die Arbeit verlassen und zu dem kommen konnte, was wirklich wichtig war - Kunst für sein eigenes Atelier machen - und eines Tages Anerkennung für seinen eigenen Namen.

Die Zeit schreitet voran. Jeden Abend in seinem Atelier sahen seine Bilder immer mehr aus wie die Tassen des Cafés. Wütend, dass er sein Werk und seine Kunst nicht trennen konnte, verließ er das Café an der Ecke. Er sagte, dass das Malen von Tassen nicht der richtige Weg sei, um sein Talent einzusetzen. Er musste sich auf seine eigene Kunst konzentrieren.

Heute ist seine Galerie voller Kunst leer.

Oft sagt er den Leuten, dass er einst der Künstler war, der hinter den berühmten Picasso-Kaffeebechern stand.

Siehe auch

Der Angstfaktor ist immer der Kampf.Waren Sie schon einmal in den Schweizer Alpen?Die Kunst der Technik MaskeradeDie Schönheit der KunstKunst + Frauen: Die Kabul-Träume