Veröffentlicht am 22-02-2019

Der Schweizer Touch in der Architektur Miami Edition

Der Schweizer Architekt Mario Botta spricht über Glocal, Le Corbusier und seine Teilnahme an der Miami Art Week.

Mario Botta in Miami © 2019 von der Schweizerischen Botschaft

Wie definieren Sie Ihre Ästhetik?

Mario Botta: Ich weiß nicht. Bei einer weißen Leinwand und einer Herausforderung in meinem Kopf spielt es keine Rolle, ob sie mich postmodern oder modernistisch oder etwas anderes nennen. . . es stärkt meine Fähigkeit nicht zu operieren. Wir sollten frei sein, zu schaffen, wie wir wollen, und auch entwickeln, ohne uns auf unser eigenes Diktat zu beschränken, eine Art bürgerlichen Ungehorsams - aber für uns selbst!

Mario Botta bei der Arbeit an seiner Archisculpture © 2018 von LA PRAIRIE

Sie arbeiten über Kontinente hinweg. Tragen Sie Ihr Erbe mit sich?

MB: Um heutzutage den Komplexitäten gewachsen zu sein, ist es entscheidend, lokal tief zu sein. Es ist ein Privileg, dies in der Schweiz zu tun - wo ich lebe und mein Atelier habe - ein Land voller Geschichte und Traditionen. Das bietet Referenzen und Wurzeln, an die man sich halten kann, wenn man im Ausland arbeitet. Ich fühle mich sowohl als Weltbürger als auch als Schweizer Bürger. Dies ist weder ein Widerspruch noch eine Neurose, sondern eher ein Weg, die Welt durch die Linsen meiner eigenen Kultur zu absorbieren.

Was ist mit Schweizer Architektur?

MB: Ich hatte nach meinem Studium in Venedig die Möglichkeit, Le Corbusiers Praxis in Paris zu integrieren. Leider ist dieser legendäre Mann kurz vor meiner Ankunft verschwunden. Die Atmosphäre im Büro war plötzlich düster, als wir mit dem Verlust des Mannes rechneten, der 50 Jahre lang das Wesentliche der Architektur verkörperte. Meine ersten Werke versuchten mit Demut und großem Respekt, sein Erbe und seine Praxis zu würdigen.

Mario Botta Archisculpture vor Ort © 2018 von LA PRAIRIE

Art Basel ist. . .

MB: Es ist ein Forum für mentale Gymnastik, ein Festival mit großer spiritueller Stärke hinter der Aggressivität seiner Unternehmenskultur. Die Atmosphäre erinnert an einen Vergnügungspark, der Inhalt ist jedoch sehr tief. Denn die ausgestellte Kunst und die Künstler, die sie gemacht haben, interpretieren und widerspiegeln die Widersprüche des Lebens.

Links Marc Spiegler, Global Director bei Art Basel, mit dem Architekten © 2019 von der Schweizer Botschaft

Erzählen Sie uns mehr über Ihre Teilnahme an der Messe.

MB: Eine Schweizer Beauty- und Lifestyle-Marke lud mich ein, über die Ursprünge des Lebens nachzudenken und mit einer so genannten Archisculpture zu ihrem Pavillon in der Art Basel beizutragen. Diese Intervention ist als eine Abkehr von der schönen Verrücktheit gedacht. Mit seinem starken Zedernholzduft hofft es, die Aufmerksamkeit selbst der am meisten abgelenkten Passanten auf sich zu ziehen, und seine Struktur ist wie eine Gebärmutter als ein Ort der Ruhe und des Dialogs.

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