Warum Kunstgalerien Marken sein müssen

Andy Warhol - Campbell Suppendosen, 1962

Die Ursprünge dessen, was wir heute als Marke bezeichnen, lassen sich bis in die früheste Geschichte der Menschheit zurückverfolgen. Primitive Clans markierten ihr Territorium mit Totems. Familienabzeichen zeigten die Zugehörigkeit zu Verwandten. Die Kennzeichnung von Objekten findet sich bereits in frühen Kulturen wie im alten Ägypten. Zum Beispiel wurden Steine ​​mit Symbolen versehen, um ihren Ursprung oberflächlich zu markieren. Im Mittelalter forderten die Gilden, ihre Waren zu kennzeichnen, um sie von denen der Konkurrenz zu unterscheiden.

Die Marke als System beginnt nach dem heutigen Verständnis mit der industriellen Revolution. Damals begannen Unternehmen, für Massenmärkte zu produzieren, und die Verbraucher sahen sich einer Fülle von Produkten und Konsummöglichkeiten gegenüber. Geschäfte und Kaufberatung gaben Supermärkten und Selbstbedienung nach. Produkte wurden zu Black Boxes für Verbraucher, was zu einem dringenden Bedarf an vertrauensbildenden Maßnahmen führte. So wurde der Markenaufbau zu einem elementaren Bestandteil der Unternehmensführung, um wettbewerbsfähig zu sein.

In einer Konsumgesellschaft haben Marken damals wie heute die Aufgabe, einen Orientierungssinn zu geben - radikalere direkte Konsumenten. Marken müssen ein (Qualitäts-) Versprechen sein, um Unsicherheiten wie Kaufängste zu minimieren. Marken ordnen unsere Lebenswelt, bestimmen Identitäten und schaffen Gemeinschaften.

Die Bedingungen, die für Verbrauchermärkte gelten und die Notwendigkeit starker Marken definieren, können insbesondere im 21. Jahrhundert auf den Kunstmarkt übertragen werden. Der ehemals exklusive Kunstmarkt, der einem kleinen Teil der Gesellschaft zugänglich ist, demokratisiert sich rasch. Der Konsum von Kunst wird zugänglicher. Aber auch verwirrend.

Die grundlegende Triebkraft dieser Entwicklung ist die zunehmende Digitalisierung des Kunstmarktes. Künstler, Galerien und Auktionshäuser sind im Internet allgegenwärtig, insbesondere in den sozialen Medien. Unzählige Online-Plattformen bieten Marktplätze für den Kauf von Kunst. Das Internet und die sozialen Medien reduzieren Eintrittsbarrieren, die den Kunstmarkt nicht nur für Verbraucher zugänglicher machen, sondern es auch jedem ermöglichen, sich als Künstler oder Händler zu positionieren und zu inszenieren.

Der etablierte Kunstmarkt sieht sich heute einer Vielzahl aufstrebender Akteure in Form von Online-Marktplätzen und selbstmarketingenden Hobbykünstlern gegenüber. Verbraucher hingegen erleben ein verwirrendes Überangebot an erschwinglichen Kunstmärkten, „Künstler” -Instagram- Konten und Pinterest-Galerien. Genau hier lässt sich die Analogie zum postindustriellen Massenmarkt ziehen. Kunstwerke werden zu Black Boxes. Sammler (Verbraucher) verlieren ihre Orientierung und ihr Vertrauen.

Die frühere Gatekeeper-Rolle von Galerien ist überholt. Nicht trotzdem oder vielleicht gerade deshalb haben Galerien als Teil eines demokratisierten und qualitativ verwässerten Kunstmarktes eine entscheidende Pflicht: eine Marke zu sein. Eine Marke zu sein, der Sammler vertrauen. Das legitimiert Kunst und grenzt sie damit von Hobbykunst ab. Das führt den hilflosen Sammler, ist ein Gütesiegel und reduziert dadurch Ängste. Galerien müssen sich auf ihre Fähigkeiten konzentrieren. Die Kompetenz, gute Kunst zu entdecken und zu kuratieren. Die Kompetenz des Fachwissens und die relevante Verarbeitung und Kommunikation von Inhalten.

Lesen Sie mehr darüber, wie sich Galerien angesichts einer digitalen Welt und einer tausendjährigen Sammlergeneration erfolgreich als Marke in „Go Social or Go Home“ positionieren können.

NO SERVICE 24/7 ist eine in Berlin ansässige Full-Service-Agentur für strategische Markenkommunikation an der Schnittstelle von Kunst, Kultur und Lifestyle.

Kontaktieren Sie uns für weitere Einblicke und Ideen, wie Sie Kunst im Jahr 2018 erfolgreich vermarkten können. - contact@noservice.today